Outreach im Mai (Teil 3#3)
Nach 3 ½ Std. erreichten wir Maun. Endlich Wochenende. Wir fanden eine schöne gemütliche Lodge, direkt am Fluss und setzten uns jetzt erst einmal in die Sonne. Aufgrund der starken Regenfälle in Angola hat der Okavango sehr viel Wasser zu dieser Zeit. Maun und Umgebung bekommt das Versorgungs- sowie das Trinkwasser aus dem Fluss. Es ist so sauber, weich und klar, dass man es direkt trinken könnte. Wir sind aber ein bisschen zu ängstlich dazu.
Sonntagmorgen unternahmen wir eine „Mokoro-Tour“, einem Kanu ähnlichem Boot. Früher wurden die Mokoros aus einem Baumstamm geschlagen und man fuhr mit ihnen zum Fischen. Im Laufe der Jahre sind so, viele, alte, wunderbar gerade gewachsene Bäume verschwunden. Nun werden sie aus Kunststoff hergestellt. 2 Leute finden Platz in so einem Boot und der Besitzer stakt dann durch die mit Gras und Schilf bewachsenen, schwer zugänglichen Nebenarme des Okavangos. Man gleitet ganz ruhig durch das klare Wasser und kann oft gut den Grund erkennen. Mittags machten wir ein Picknick auf einer kleinen Insel. Leider haben wir unterwegs keine „wilden Tiere“ getroffen, nur ein Krokodil lag träge auf einer Sandbank und sonnte sich. Da es überall viel Wasser gibt, haben sich die Tiere tief in den Busch zurückgezogen.
Unser Mann hat sein Boot nicht gerade gut gepflegt und so erkennt man schnell ein kleines Leck. Zwischendurch hält er und schöpft mit der Hand das Wasser heraus. Ich sitze hinten und bekomme gleich eine feuchte Hose. Er reißt immer wieder Gras ab und legt es unter meinen Sitz. Ich gucke etwas skeptisch. „Nicht so schlimm, wir können ihm schon vertrauen, er kennt sein Boot,“ meint er zwischen durch immer wieder. Na ja, so sicher bin ich mir auch nicht, schliesslich soll es noch 6 Std. durchhalten. Wir kommen aber dann doch wieder heil in Boro, diesem sehr versteckten Dorf mit der kleinen Anlegestation, an. Nachdem wir ausgestiegen sind, sehen wir uns das Boot genauer an: Ein langer Riss von vorne bis hinten! Gut, dass ich das vorher nicht gesehen habe, dort wäre ich nicht eingestiegen. Er versichert uns, dass er sein Boot morgen gleich reparieren würde. Ich bin da doch etwas misstrauisch.
Montag früh geht es dann in das Krankenhaus von Maun. Von aussen ein moderner Neubau, erst vor ein paar Jahren in Betrieb genommen. Man darf aber dann doch nicht näher hinschauen. Einmal erstellt, bleibt alles so wie es ist, bzw. im Laufe der Zeit, wie es wird. Keiner fühlt sich so recht verantwortlich, einen gewissen Zustand zu erhalten.
Reparaturen, Ausbesserungen, usw., werden wohl wirklich nur im äussersten Notfall durchgeführt. Das ist uns bisher immer wieder hier im Land aufgefallen.
Es gibt eine kleine HNO-Station mit einer gut ausgebildeten Krankenschwester. Viele Patienten warten auf dem Flur. Leider fehlt es hier an vielen Instrumenten, bzw. einfachen Geräten. Der leitende Klinikchef lädt uns zu einem netten, interessanten Gespräch ein. Er bittet um Informationen, wie man die HNO-Abt. besser ausstatten kann, um noch effektiver arbeiten zu können.
Am frühen Nachmittag geht es weiter über Nata nach Francistown. Der chinesische HNO-Arzt begrüsst uns sehr freundlich, bittet uns in sein Behandlungszimmer und wendet sich dann wieder seinen Patienten zu. Einer nach dem anderen wird untersucht und behandelt, ohne dass er auch nur ein Wort zu uns sagt. Nach 15 Min. stehen wir auf und verabschieden uns. Überaus freundlich öffnet er uns die Tür.
In Francistown gibt es auch endlich wieder Kraftstoff. Wir tanken voll und fahren direkt nach Hause. Fast 3000 km in 12 Tagen liegen jetzt hinter uns.

