Botswanischer Führerschein
Wir müssen innerhalb eines halben Jahres einen botswanischen Führerschein besitzen. Nachdem wir uns im „Transport office“ 2 Tage vorher eingehend erkundigt haben, welche Papiere dafür notwendig sind, starten wir dieses Unternehmen:
Dienstag, 9.3.2010
werden wir bei der Deutschen Botschaft in Gaborone vorstellig , um unseren deutschen Führerschein, wie verlangt, übersetzen zu lassen. (Ich frage mich, was man da eigentlich noch übersetzen kann, wenn man sich diese kleine Karte ansieht. ) Wir geben unseren Führerschein ab, legen unsere Pässe und die Aufenthaltsgenehmigungen noch einmal vor, zahlen die 100 Pula Gebühren und erfahren dann, dass heute der „Unterschriftsberechtigte“ ausser Haus ist. Sie können morgen früh wieder kommen und die fertigen Übersetzungen abholen. Wir sind so sauer, denn auf unsere gestrige Nachfrage hin, sagte man uns, dass wir die Übersetzung sofort mitnehmen können. Na ja, bei einer afrikanischen Behörde hätte man damit rechnen können. Hier, bei der Deutschen Botschaft, hat uns das schon sehr verwundert!
Heute also 40 km hin und 40 km zurück, morgen noch einmal.
Donnerstag, 11.3.2010
Thomas fährt noch einmal zur Botschaft und bekommt die Übersetzungen sofort ausgehändigt.
Freitag, 12.3.2010
morgens pünktlich um 7.40 sind wir beim „Transport-Office“ hier Ramotswa. Wir sind sofort an der Reihe. Kaum zu glauben. Wieder legen wir alle Papiere vor: Reisepass, Aufenthaltsgenehmigung , jeweils mit Fotokopien, Führerschein mit Übersetzung und Fotokopie.
Zuerst müssen wir nun nebenan einen Sehtest machen, den wir auch gut überstehen. Jedenfalls gab es keine Beanstandungen. Wieder zurück, sind inzwischen ein paar andere Leute gekommen, es ist bereits eine „Schlange“ entstanden . Die freundliche Dame ruft uns aber gleich wieder zu sich an den Schalter. Sie tippt alles in ihren Computer, schaut uns an und sagt, sie brauche noch 3 weitere Kopien, die dann alle noch beglaubigt werden müssten. Gehen Sie zur Polizeistation, die machen das. Dauert auch nicht lange, meinte sie noch! Das darf doch wohl nicht wahr sein?? Vor 2 Tagen sind wir hier gewesen und haben alles genau erfragt, was zu tun und was vorzulegen ist. Wir fangen an zu reden….. es nützt nichts, wir sammmeln alles wieder ein … aufpassen, bloss keinen Zettel noch verlieren. Erst ins Krankenhaus zurück , um die Kopien zu erstellen …. und dann fahren wir zur Polizei. Die Beglaubigung geht verhältnismässig schnell, die haben diese Probleme wohl schon öfter gehabt. Wieder zurück, ist mittlerweile eine andere freundliche Dame am Tresen. Nachdem wir alle Papiere wieder durchgeschoben haben, sie auch wieder alles in den Computer eingibt, blickt sie plötzlich auf, schiebt die von der Polizei beglaubigten Kopien wieder zurück und meint, die Beglaubigung der Polizei würde nicht ausreichen , auch Immigration-office (Einwanderungsbehörde) muss die Aufenthaltsgenehmigung noch beglaubigen. „Fahren Sie dahin und lassen noch einen Stempel mit Unterschrift daneben setzen!“
Thomas „platzt“ gleich. Die Patienten stapeln sich wahrscheinlich in der ENT clinic. Wo ist die Dame von vorhin? Teepause irgendwo. Warum hat die das nicht gleich gesagt?? Nun entsteht eine laute Diskussion. Es nützt nichts, wir haben keine Chance und müssen uns fügen, wenn auch sehr widerwillig. Sie erklärt uns den Weg dort hin recht freundlich und ruhig.
Im Immigration office sagt die Dame, sie würde doch keinen Stempel und Unterschrift neben den der Polizei setzen. Wir bräuchten neue Fotokopien – ohne alles ! Nun fiel uns nichts mehr ein! Da sie sehr freundlich war, ging sie los, machte irgendwo neue Fotokopien, kam zurück, setze ihre Unterschrift und den Stempel drauf und es ging erneut zum Transport-office.
Hier fing die Dame an, unsere Tage in Botswana zu zählen. Was wir bisher noch nicht gewusst hatten, war, dass man innerhalb eines halben Jahres einen botsw. Führerschein haben muss, aber erst nach 85 Tagen Anwesenheit im Land, einen beantragen kann. Wir sind am 1.12.2009 eingereist, haben die Aufenthaltsgenehmigung aber erst später beantragt. Der gut lesebare Einreisestempel in den Pässe genügte dann wohl, denn schliesslich hörte sie auf zu zählen, nickte freundlich , schickte uns an den nächsten Schalter, wo wir jeder 70 Pula Gebühren zahlen mussten, dann fotografiert wurden und unsere Unterschrift eingescannt wurde. 5 Minuten später hatten wir endlich einen botswanischen Führerschein.
Mittlerweile war es 10.30Uhr. Für afrikanische Verhältnisse haben wir doch recht schnell einen Behördengang erledigt. Wir hörten von Bekannten, dass es auch mehrere Tage dauern kann, um dieses wichtige Dokument zu erhalten.
Keiner weiss genau wie es geht, jetzt weiss man das, aber das kann morgen schon wieder alles ganz anders sein!